Sprachen lernen in Grenzregionen: Konzepte zur Förderung der Zweisprachigkeit im Elsass und im Saarland

Über die Förderung der Zweisprachigkeit im Elsass und im Saarland diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Bildung und Verwaltung am 15. September 2011 in der Industrie- und Handelskammer (IHK). Anlass war eine Gemeinschaftsveranstaltung von Europa-Union Saar und IHK.

Für die Europa-Union Saar begrüßte die stv. Landesvorsitzende Christine Klos die Gäste, von Seiten der IHK Geschäftsführer Oliver Groll. Der saarländische Bildungsminister Klaus Kessler und Jean-Christophe Colinet von der Académie de Strasbourg, der die Rektorin Armande Le Pellec Muller vertrat, präsentierten ihre Vorhaben in der Sprachenpolitik. Die anschließende Podiumsdiskussion mit den beiden Referenten wurde moderiert von der Bezirksvorsitzenden der Europaunion Saarbrücken, Tina Schöpfer.

Die Konzepte zum Erlernen der Sprache des Nachbarn sind auf beiden Seiten der Grenze ähnlich, in der Umsetzung ist das Elsass aber weiter als das Saarland. Eine Parallele ist z.B. der Beginn eines durchgängigen, anfangs spielerischen Deutsch- bzw. Französisch-Unterrichts bereits ab der Vorschule bzw. dem Kindergarten. In der Mittel- und Oberstufe werden in beiden Regionen Zertifikate als Anreiz zum Sprachenlernen angeboten.

Bildungsminister Kessler unterstrich die Vorbildfunktion des Elsass in der Sprachenpolitik und hob in diesem Zusammenhang hervor, wie wichtig es sei, die Sprache des Nachbarn durchgängig zu lernen. Deshalb soll es in der Gemeinschaftsschule ab Klasse 5 Französisch- und Englischunterricht geben, wobei eine Sprache als erste Fremdsprache unterrichtet wird und die andere als Sprachkurs.

Der französische Generalkonsul Philippe Cerf bestärkte die saarländische Landesregierung darin, den eingeschlagenen Kurs in der Sprachenpolitik mit Entschiedenheit voran zu treiben. Die Diskussionsbeiträge unterstützten ihn dabei. Die Absolventinnen und Absolventen hätten durch Kenntnisse der Sprache des Nachbarn bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt – nicht nur in der Nachbarregion, sondern auch zu Hause, da intensive Wirtschaftsbeziehungen zum Nachbarland bestünden, so der Tenor einiger Diskussionsbeiträge.

Bildungsminister Klaus Kessler, Tina Schöpfer (Europa-Union) und Jean-Christoph Colinet (Straßburg)
Im Podium (v.l.n.r.) Bildungsminister Klaus Kessler, Tina Schöpfer (Europa-Union) und Jean-Christoph Colinet (Straßburg)
Blick ins Publikum, vorne die stv. EU- Landesvorsitzende Christine Klos
Blick ins Publikum, vorne die stv. EU- Landesvorsitzende Christine Klos.

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