Engagierte Saarland-Vertreterin in Brüssel

Als Bevollmächtigte des Saarlandes für Europaangelegenheiten vertritt Helma Kuhn-Theis die Interessen des europäischsten Bundeslandes in Brüssel. Vor kurzem war sie der Einladung der Europa-Union Saar und der Stiftung europäische Kultur und Bildung in den Presseclub Saar e.V. nach Saarbrücken gefolgt. Bei der zweiten Auflage von „Rendezvous mit Europa“ erzählte die erfahrene Europapolitikerin von ihrem Alltag zwischen Brüssel und dem Saarland. Als erste in diesem Amt liegt es an Kuhn-Theis, ihr Aufgabenfeld selbst zu definieren und eigene Konzepte zu entwickeln. Über eines ist sie sich sicher: „Das Thema Europa hat auch für die Bundesländer in den letzten Jahren stets an Bedeutung gewonnen.“ Doch bei den Bürgern muss noch für Europa ganze Überzeugungsarbeit geleistet werden und ohne Herzblut ist diese Aufgabe nicht zu stemmen. Außerdem sollen alle an einem Strang ziehen und auch das gefällt Kuhn-Theis: „Dabei wird überparteilich zusammen gearbeitet. An erster Stelle stehen nicht parteipolitische Belange, sondern das gemeinsame Engagement für das Saarland.“

Auf zwei Ebenen spielt sich die Rolle der Bevollmächtigten ab. In der belgischen Hauptstadt knüpft sie unabdingbare Kontakte zu Institutionen, Behörden und Partnern, die auch im Saarland aktiv sind. Im Ausschuss der Region versucht sie, für die saarländischen Ziele Mitstreiter und Verbündete über die Grenzen hinaus zu finden. Schon längst werden Themen wie zum Beispiel Wasserrichtlinien nicht mehr auf Landes-, sondern auf EU-Ebene geregelt. „Auch um Ziele im Saarland oder in der Großregion zu erreichen, muss man sich auf europäischer Ebene Gehör schaffen“, erklärt Kuhn-Theis. Neben der Vertretung des Saarlandes in Brüssel fungiert sie als zentrale Ansprechpartnerin für saarländische Angelegenheiten und wirbt für lokale Erfolgsprojekte wie die Task-Force-Grenzgänger oder das Schengen-Lyzeum.

Doch nicht nur in politischen Gremien wird Europa entschieden, sondern in jedem Mitgliedsstaat, in jedem Bundesland, in jeder Kommune. Europa für die Menschen vor Ort greifbar zu machen, das versteht Helma Kuhn-Theis ebenso als ihren Auftrag. Und ihre Begegnungen mit den Bürgern geben ihr Recht. „Trotz der Eurokrise wollen die Menschen immer noch die Europäische Union“, konnte sie bei ihrer Sommertour auf den Wochenmärkten durch das Saarland feststellen, 95 Prozent der Bürger haben sich dabei positiv über Europa geäußert und das ermutige sie, weiterhin für die europäische Sache zu kämpfen. In Hinblick auf die Europawahl 2014 und den besorgniserregenden Aufschwung der AfD in Deutschland und des Front National in Frankreich beendete Kuhn-Theis ihr Impulsreferat mit einem Appell an die anwesenden Gäste, als positiver Botschafter für Europa aufzutreten. Anschließend nahmen die Teilnehmer die Gelegenheit wahr, in einer lockeren Runde mit der Referentin ins Gespräch zu kommen.

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