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Europa-Union-Saar fordert mehr als ein Netzwerk europäischer Universitäten

01.04.2019

Die EUS hat zum ersten Mal eine für Mitglieder offene Vorstandssitzung abgehalten und dabei den Antrag der Universität des Saarlandes auf ein europäisches Universitäts-Netzwerk diskutiert (siehe SZ vom 11.03.2019).

„Wir begrüßen sehr, dass sich die Universität der Großregion und hier federführend die Universität des Saarlandes darum bemüht, Teil eines europäischen Universitäts-Netzwerks zu werden. Die EU-S will allerdings mehr als das, was hier beantragt wird, und auch mehr als die Brüsseler Ausschreibung vorsieht.“, sind sich die Landesvorsitzende der EUS und der Referent des Abends Prof. Dr. Gutenberg einig.

Präsident Macron hat 2017 in der berühmten Sorbonne-Rede die „Einrichtung europäischer Universitäten“ vorgeschlagen, die „Orte pädagogischer Neuerung und exzellenter Forschung sind“. Möglichst schnell sollen „echte europäische Semester und europäische Abschlüsse“ her.

„Die EU-Saar zielt auf die Entwicklung  einer europäischen föderalen Republik. Jede europäische Institution, die im Rahmen der heutigen EU geschaffen wird und  keine Institution eines oder mehrerer Nationalstaaten ist, sondern europäisch und nichts weiter, ist aus unserer Sicht ein Element, mit dem diese europäische Republik antizipiert wird. Wir sehen daher die Idee der Gründung europäischer Universitäten als Möglichkeit einer solchen Antizipation.

Zwar spricht Macron davon, dass die europäischen Universitäten „ein Netzwerk von Universitäten aus mehreren Ländern Europas“ bilden sollen. Dennoch wäre es das Gegenteil einer Vision von Europa, wenn wir uns mit einem intensiveren Ausbau der Universität der Großregion zufrieden gäben, mit mehr Vernetzung in der Großregion, ein paar bi-, tri- oder quarto-nationalen Studiengängen mehr, mit Vernetzung über die Großregion hinaus zum Beispiel in die osteuropäischen Länder. Das wäre immer noch nur eine Vernetzung nationaler Universitäten, ein europäischen Universitätsnetzwerk, aber noch keine europäische Universität!“, so Zieder-Ripplinger.

Etwas, was diesen Namen verdiente, entstünde erst, wenn:

  • auf der Grundlage solcher EU-transnationaler Netzwerke eine Universität europäischen Rechts entsteht.
  • in die u. U. Gliederungen der nationalen Universitäten des Netzwerks überführt werden, wie z. B. das Europa-Institut der Universität des Saarlandes.
  • deren finanzielle Ausstattung von der Europäischen Union, genauer der Kommission, käme
  • die ihre Drittmittel bei allen forschungsfinanzierenden Institutionen aller EU-Länder beantragen kann.
  • deren Studiengänge alle eine gesamteuropäische Dimension haben, von einer Agentur der EU akkreditiert werden und in allen Mitgliedsländern anerkannt sind.
  • weitere europäische Aspekte wären zu definieren

Deshalb ruft die EUS die Universität des Saarlandes als bei der aktuellen Antragstellung  federführendes Mitglied der Universität der Großregion und die Saarländische Landesregierung dazu auf, auf eine so definierte europäische Universität hinzuarbeiten. Dies bedeutet insbesondere, dass die Landesregierung darauf hinwirken muss, dass künftige Brüsseler Ausschreibungen nicht mehr nur auf die Netzwerkdimension zielen, sondern Konzepte für Europäische Universitäten im oben skizierten Sinne stimulieren.

„Im ersten Schritt wünschen wir der Universität der Großregion natürlich viel Erfolg bei ihrem Bemühen. Erst ein erfolgreiches Abschneiden im europäischen Wettbewerb legt den Grundstein für eine echte Europäische Universität in unserer Region.“, so Zieder-Ripplinger.

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